Gesellschaft für Personalentwicklung und Bildung



Berufliche Bildung in China

In China ist erst nach Maos Machtübernahme im Oktober 1949 erstmals ein flächendeckendes Schulsystem entstanden. Davor konnten 80% der Bevölkerung nicht lesen und schreiben. Doch Bildung wird immer wichtiger. 2,5% des Inlandsproduktes werden für Bildung ausgegeben, ein Drittel davon fließt in die Hochschulen.

In den letzten Jahren wurden erhebliche Summen in den Ausbau und die Modernisierung von Berufs- und Berufsfachschulen investiert. Dies geschieht auf Grund der wachsenden Zahl von Schulabgängern (10,2 Mill. im Jahr 2003), die zunehmend den Weg einer Berufsausbildung suchen.

Das berufliche Aus- und Fortbildungswesen in China ist traditionell sehr theoretisch und wenig an der betrieblichen Praxis orientiert. Gleiches bezieht sich auch auf die Ausbildung der Lehrkräfte, die ihr Wissen in aller Regel praxisfern erlernen. Praktika und Hospitationen in realen Betrieben sind weitgehend unbekannt.

Das dynamische Wirtschaftswachstum, die hohen Direktinvestitionen ausländischer Unternehmen in China und die damit verbundenen vielseitigen Innovationen, auf welche sich die chinesische Wirtschaft einstellen muss, führen zu einem enormen Bedarf an beruflicher Bildung, d.h. nach „westlichem“ Standard ausgebildeten Fachkräften. Insbesondere genießt das deutsche duale Bildungssystem einen sehr guten Ruf.


Die „China Association for International Exchange of Personnel (CAIEP)“ analysierte anhand von Erhebungen, dass es in ganz China an Ingenieuren, Forschern, Führungskräften, Sprachwissenschaftlern, Übersetzern und Redakteuren mangelt.

Darüber hinaus müssen die chinesischen Anstrengungen der eigenen beruflichen Bildung verstärkt werden. Die Bereitschaft der chinesischen Regierung hierfür mit ausländischen Unternehmen zusammen zu arbeiten, ist groß.

 

 

Lehrling made in China

Artikel Financial Times 12.07.2007

Weil hunderttausende Techniker und Handwerker fehlen, kopiert China das duale Berufsbildungssystem. Immer mehr Ausbilder ziehen aus Deutschland in den fernen Osten. Traditionell gilt der Beruf des Technikers in China wenig; nach konfuzianischen Regeln ist eine Laufbahn als Beamter erstrebenswert. Doch nun, da China sich aufmacht, eine Industriemacht zu werden, und die Wirtschaft boomt, fehlen Hunderttausende qualifizierte Arbeitskräfte in technischen und handwerklichen Berufen. Die chinesische Regierung will deshalb die berufliche Ausbildung reformieren.

Als Vorbild dient das deutsche System der dualen Ausbildung. „Dieses Modell genießt in China großes Ansehen“, sagt Roger Schlag-Schöffel, Geschäftsführer der Gesellschaft für Personalentwicklung und Bildung (GPB) in Berlin. Bisher findet Berufsausbildung in China ohne jeglichen Praxisbezug statt, Unternehmen müssen Mitarbeiter erst mühsam anlernen.... (Artikel lesen). 

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